Bericht des Internationalen Roten Kreuzes

Das Internationale Rote Kreuz besuchte am 25.03.1945 die Kriegsgefangenenlager in Hammelburg. Dieser Besucht lag außerhalb der normalen Routinebesuche. Die Delegierten wollten sehen, welche Regelungen getroffen waren, für die Kriegsgefangenen die aus den östlichen Teilen den Deutschen Reiches evakuiert worden waren. Bei dieser Gelegenheit übergab Colonel Goode, der ranghöchste amerikanische Offizier, eine Namensliste aller amerikanischen Kriegsgefangenen des Lagers OFLAG XIII-B.

Der Bericht

Herausgegeben vom MILITARY INTELLIGENCE SERVICE WAR DEPARTMENT 1 Nov. 1945

OFLAG XIII-B (Durchgangslager für Evakuierte)

STANDORT

OFLAG XIII-B befand sich in der Nähe von Hammelburg (50 Grad 45' N. - 9 Grad 54' E.), und stellte einen Teil eines Komplexes bestehend aus anderen Kriegsgefangenenlagern innerhalb eines Truppenübungsplatzes dar.

BELEGUNGSSTÄRKE

Mit ungefähr 300 amerikanischen Offizieren wurde das Lager am 11. Januar 1945 eröffnet. Als Hilfsorganisationen das Lager am 23. Januar 1945 inspizierten, war die Stärke auf 453 Offiziere, 12 Unteroffiziere und 18 Mannschaften angewachsen. Alle diese Soldaten wurden an der Westfront im Zeitraum 15. bis 22. Dezember 1944 gefangen genommen. Am 25. März 1945 betrug die Stärke 1291 Offiziere und 127 Unteroffiziere und Mannschaften. Darunter befanden sich 423 Offiziere und 67 Unteroffiziere und Mannschaften aus dem OFLAG 64 aus Schubin, Polen.

BESCHREIBUNG

Der amerikanische Teil des Lagers war vorher mit serbischen Offizieren belegt gewesen, er bestand aus 7 Steinbaracken aus der Kaiserzeit. Bald nach Eröffnung des Lagers als amerikanisches OFLAG, wurden an den Gebäuden dringend notwendige Reparaturen durchgeführt, um diese bewohnbar zu machen. Ungefähr 200 Mann mußten sich dicht gedrängt die 5 Räume einer Baracke teilen und obwohl Belüftung und Tageslicht ausreichend waren, war jeder Raum nur mit 2 Glühbirnen zu je 15 Watt ausgestattet. Während der extrem kalten Witterung zogen die Soldaten die gesamte verfügbare Bekleidung an und drängten sich um den einzigen Ofen den jedes Zimmer besaß, um sich vor der Kälte zu schützen. Für jeden Ofen gab es von den deutschen 48 Kohle Briketts, die für 3 Tage reichen mußten. Auf Grund der geringen Heizmaterialzuteilung betrug die Durchschnittstemperatur in den Räumen um die 20 Grad. Auf Betreiben des amerikanischen Lagerältesten, durften kleine Trupps Holz sammeln um zusätzliches Brennmaterial zu erhalten.

Waschräume existierten nicht, somit mußten die Offiziere ihr Wasser von einem Wasserhahn in der Küche zu ein paar wenigen Waschschüsseln in jedem Raum holen. Es gab kein warmes Wasser auf Grund der Heizmittelknappheit. Die Entlausungsanlage war für volle 3 Monate nicht in Betrieb. Die Toiletten waren vom Zustand und der Anzahl nicht angemessen, Beschwerden darüber wurden bei den Hilfsorganisationen eingereicht wodurch sich die Situation etwas verbesserte.

U.S. PERSONAL

Nach der Eröffnung des Lagers wurde Colonel Chalres C. Cavender Lagerältester und er ernannte Major Albert L. Berndt zum Leitenden Sanitätsoffizier. Es wurden keine weiteren Offiziere für andere Aufgaben eingeteilt. Als jedoch die evakuierten Offiziere aus dem OFLAG 64 eintrafen, wurde Colonel Paul R. Goode Lagerältester und er organisierte das Lager nach dem Muster wie Schubin, Polen. Er bediente sich hierbei des Stabes vom OFLAG 64, behielt jedoch Major Berndt als Leitenden Sanitätsoffizier bei.

DEUTSCHES PERSONAL

Der deutsche Lagerkommandant war Generalmajor von Goeckel, sein Stellvertreter war Oberst Giese. Der Blockkommandant für den Teilbereich der amerikanischen Offiziere war Hauptmann Fuchs. General von Goeckel war der Kommandant der gesamten militärischen Einrichtung und delegierte die meisten Verwaltungsaufgaben hinsichtlich der Kriegsgefangenen an Oberst Giese.

BEHANDLUNG DER KRIEGSGEFANGENEN

Die Behandlung der Kriegsgefangenen war angemessen. Es muß unterstrichen werden, daß das Lager zur Zeit der letzten Deutschen Offensive - Ardennenoffensive - eröffnet wurde. Schon bald nach der Eröffnung des Lagers war es offensichtlich, daß diese Offensive ein Fehlschlag war. Hier durch kam es zu Spannungen zwischen den Amerikanern und den Deutschen. Es gab häufig alliierte Luftangriffe in der Umgebung und das Luftwarnsystem des Lagers war streng. Wenn Luftalarm gegeben wurde, hatten die Gefangenen nur 3 Minuten Zeit die Baracken aufzusuchen und das Außengelände zu räumen. Eines Abends wurde Luftalarm gegeben und ungefähr 1 Stunde später erfolgte der 2. Alarm. Zu diesem Zeitpunkt standen 4 amerikanischen Offiziere am Zaun und unterhielten sich mit einigen serbischen Offizieren, sie hatten sich nicht schnell genug vom Zaun entfernt. Gerade als sie die Treppe zur ihrer Baracke erreichten und die 3 Minuten um waren, sah sie ein deutscher Wachposten und schoss auf sie. Er war ungefähr 80 Meter entfernt und traf einen der Offiziere in den Rücken, der Schuß durchschlug Brust und Lunge. Der Offizier starb am darauffolgenden Tag an seiner Verwundung.

Als die Luftangriffe zunahmen und die Strenge der Luftschutzanordnungen aufrecht erhalten blieb, kam es vor, daß die Männer zum Teil 6 bis 7 Stunden ihre Baracken nicht verlassen konnten. Der Leitenden Sanitätsoffizier beschwerte sich darauf hin bei deutschen Lagerkommandanten, daß sich das Fehlen von Innentoiletten und die langen Phasen der Ausgangsbeschränkungen nachteilig auf die Gesundheit der Männer auswirken würde. Der Lagerkommandant hob später den Befehl auf und gab den Männer die Erlaubnis die Latrinen aufsuchen zu dürfen. Bei einer dieser Gelegenheiten wurde ein Kriegsgefangener von einer Wache angerufen. Er verstand die Worte in deutsch nicht, worauf hin die Wache augenblicklich schoss und den Kriegsgefangenen im Hinterkopf traf. Dieser Vorfall wurde vom Lagerkommandanten, General von Goeckel, Colonel Goode und Major Berndt beobachtet, als sie dazu kamen. Als sie den Offizier erreichten, war dieser bereits tot und die Wache gab an nichts von den neuen Bestimmungen gewußt zu haben.

Es gab eine bestimmte Anordnung die für Uneinigkeit zwischen den Deutschen und den Amerikanern führte. Der Lagerkommandant befahl, daß alle Amerikaner alle deutschen Offiziere zuerst grüßen mußten, unabhängig von deren Rang. Natürlich wurde diese Bestimmung bei vielen Gelegenheiten verletzt und sie war ständig Gegenstand der Diskussion zwischen dem amerikanischen Lagerältesten und den deutschen Behörden. Nach dem Eintreffen der Offiziere vom OFLAG 64 wurde der Lagerkommandant überredet, diese Bestimmung zurück zu nehmen.

VERPFLEGUNG

Als die Lagerküche eröffnet wurde, hatten die Rationen einen theoretischen Wert von 1700 Kalorien pro Tag. Dies lag unterhalb der Forderungen für Männer die viel schliefen und keine Arbeit auszuführen hatten. Die Rationen wurden oftmals gekürzt, bis sie nur noch 1070 Kalorien pro Tag enthielten. Den Offizieren wurde erlaubt sich selber zusätzliche Verpflegung in der Lagerkantine kaufen zu können, sofern diese verfügbar war. Sie bestand gewöhnlich aus Kohl, Karotten und Rüben. Während des gesamten Zeitraumes wurden keine Rot-Kreuz-Pakete ausgeliefert, die serbischen Offiziere bestanden jedoch darauf auf einer pro Kopf Basis, alle von den Serben erhaltene Rot-Kreuz-Verpflegung zu teilen. Insgesamt wurden ungefähr 1500 Pakete an die Amerikaner während des gesamten Lagerbetriebs ausgegeben.

Die von den Kriegsgefangenen benutzte Küche war zweckmäßig ausgestattet und die deutschen Rationen wurde zweckdienlich verwendet. Die extreme Knappheit an Brennmaterial beeinträchtigte die Verpflegungszubereitung, jedoch nach der Bildung von Holzsammeltrupps verbesserte sich diese Situation.

Das tägliche Menü bestand aus einem Zehntel Laib Brod, einer Tasse Ersatzkaffe, einem Becher klarer Brühe und Gemüse täglich. Ungefähr 3 mal pro Woche gab es kleine Margarinestücke und gelegentlich einen Esslöffel voll Zucker. Gegen Ende März waren viele Offiziere in einer gefährlichen Verfassung auf Grund von Unterernährung, der Leitende Sanitätsoffizier lobte die Großzügigkeit der serbischen Offiziere die dadurch viele Leben retteten.

GESUNDHEIT

Die Gesundheit der Offiziere war nicht gut. Viele Männer erreichten das OFLAG mit Gefechtsverwundungen. Nahezu alle von ihnen marschierten viele Meiler in bitterer Kälte mit unzureichendem Schlaf und Verpflegung. Wenig erreichten das Lager in Fahrzeugen.

Als die 27 Sanitätsoffiziere des Gefangenenkomplexes gefangen genommen wurden, wurden ihre Ausrüstung und das Zubehör konfisziert. Jedoch wurden einige Medikamente und Instrumente verborgen und konnten in das Lager geschmuggelt werden. Der Sanitätsbereich mit 20 Betten war im zweiten Stock eines soliden Ziegelsteingebäudes untergebracht, wie auch das Sanitätspersonal und der Erste-Hilfe-Raum. Alle Räume wurden gut beleuchtet und sauber. Das Sanitätspersonal machte es den Patienten so angenehm wie möglich. Die Männer, die ernsthaft krank waren, wurden im angrenzenden Lazarett behandelt, das ein Teil des serbischen Lager war. Das Lazarett bei den Serben umfaßte 450 Betten, und obgleich dort die Ausrüstung unzulänglich war, waren die serbischen Ärzte ungefähr 4 Jahre in Gefangenschaft gewesen und hatten dadurch Erfahrung als sie erfolgreich eine Vielzahl von Gefangenen-Unpässlichkeiten mit behelfsmäßiger Medizin und Ausrüstung behandelten. Glücklicherweise war chirurgische Ausrüstung ziemlich gut; der Kopf des Personals war ein berühmter Chirurg, der hervorragende Fähigkeiten besaß.

Bald, nachdem die Amerikaner eintrafen, wies der Dienstälteste serbische Sanitätsoffizier 60 Betten für den ausschließlichen Gebrauch der Amerikaner zu und da "inoffizielle" Rationen zu den anderen Vorzügen angeboten wurden, hatten die Männer, die im Lazarett aufgenommen wurden, eine größere Wahrscheinlichkeit zu genesen..

BEKLEIDUNG

Es gab keinen deutschen Vorrat an Kleidung und es wurde keine Kleidung des Roten Kreuzes zugeführt, als das Lager eröffnet wurde. Die meisten Männern hatte komplette Uniformen, aber es mangelte an Extrasocken, Strickjacken und Jacken. Schuhe bedurften ständiger Reparatur aber es wurde keine Reparaturausrüstung ausgegeben. Wegen des extrem kalten Wetters und aus Mangel an Brennmaterial, wurde der Kleidungsmangel eine persönliche Härte für jeden. Das Leben im OFLAG XIII-B wurde auf den Erhalt von genügend Nahrung, und Wege und Mittel um sich warm zu halten beschränkt.

ARBEIT UND BEZAHLUNG

Die Offiziere führten keine Arbeiten aus, ausgenommen davon waren Lagerarbeiten, die durch den Lagerältesten angewiesen wurden zu dem Zeitpunkt als die Männer in Gefangenschaft gerieten, wurde ihr Geld konfisziert und eine Empfangquittung dafür ausgehändigt. Da es keine ausgearbeitete Bezahlungsskala gab, konnten die Männer Zubehör in der Kantine auf einem Schuldposten- und Gutschriftsystem kaufen, ihre Quittungsbelege als kolalaterale Preise in der Kantine verwenden. Die Preise waren außergewöhnlich hoch, aber durch umsichtige Handhabung, konnten die Offiziere, ausreichende Mengen zu kaufen, als Waren zum Verkauf verfügbar waren.

POST

Die ausgehende Post wurde zufriedenstellend behandelt, und die üblichen 3 Briefbögen und 3 Postkarten pro Monat wurden ausgegeben. Jedoch wurde keine Post während des Lagerbetriebs empfangen.

MORAL

Die Moral an diesem Lager war nicht sehr hoch. Im Vergleich zu älteren Lagern gab es wenig Ähnlichkeit der Organisation. Die extrem schlechten Bedingungen schienen, ein Gefühl der Nachlässigkeit zu vermitteln. Einige Offiziere berichteten, daß diese Situation nach der Ankunft der Umsiedler von OFLAG 64 verbessert wurde. Das Beispiel der Militärdisziplin, der Höflichkeit und der persönlichen Sauberkeit, die von den Männern gezeigt wurden, die gezwungener maßen 345 Meilen bei Minustemperaturen marschieren mußten, trug zur Hebung der Moral der anderen Offiziere bei. Jedoch das Fehlen von Post und das fast bestimmte Wissen, daß ihre Familien von ihrem Schicksal im Ungewissen blieben, war verantwortlich für die niedrige Moral.

HILFSGÜTER

Der erste Besuch der Schutzmächte erfolgte eher zufällig. Die Deutschen hatte es unterlassen, die Schutzmächte über das Lager in Kenntnis zu setzen. Am 22. Januar 1945 besuchten Repräsentanten der Schweizer Gesandtschaft das STALAG XIII-C sowie den angrenzenden serbischen Bereich. Als man die Delegation über die Eröffnung des weiteren Lagers in Kenntnis setzte, wurde deren Zugang erlaubt. Zu dieser Zeit gab es viele Mängel. Viele Forderungen wurden an das internationale Rote Kreuz gestellt, aber Zubehör wurde nicht vor der Befreiung des Lagers empfangen. Ein anderer Besuch der Schutzmächte erfolgte am 25. März 25 1945, als dem Roten Kreuz wieder akute Mängel berichtet wurden. Keine Ausrüstung vom YMCA oder dem Roten Kreuz wurde empfangen, und die einzigen Zuwendungen hatte man durch die Höflichkeit der Serben empfangen.

RELIGION

Es gab 7 protestantische Geistliche und 2 römisch-katholische Priester im Lager, aber da der Raum, der von den Deutschen für Gottesdienstveranstaltungen zur Verfügung gestellt wurde, nicht beheizbar war, war der Zustrom gering. Katholische Gottesdienstutensilien, waren bis Ende März nicht vorhanden.
 

FREIZEITGESTALTUNG

Es gab einen Raum, der als Aufendhaltsraum genutzt wurde, aber wieder verhinderte der Mangel an Brennmaterial dessen Popularität.. Die Serben spendeten 2 Tischtennisplatten, Karten, und ein Checker-board, und eine kleine Gruppe Australier aus der Nachbarschaft, spendete ein Klavier und einige Musikinstrumente. Die "Stör-Sitzungen" wurden die einzige Unterhaltung, die die Moral anregte. Für im Außenaktivitäten gab es Platz für nur eine Sportart, Hufeisenwerfen, und diese hatte wenige eifrige Anhänger. Der Mangel an Büchern, Theaterausrüstung, Sportgerätesätze und Kunstausrüstung, machte die Stumpfsinnigkeit der Gefangenschaft zu einer konstanten Quelle der Unannehmlichkeit.

EVAKUIERUNG

Am 27 März 1945, wurde der Lagerälteste benachrichtigt, daß das Lager am Nachmittag um 1600 evakuiert würde. UM 1300 erschienen amerikanische Panzer und nach einer kurzen Beratung mit der deutschen  Lagerleitung entschied der Lagerälteste, das Lager an die Task Force zu übergeben. Diese Einheit war 50 Meilen vor dem Hauptkontingent der amerikanischen Truppen und es gab keinen zusätzlichen Transportraum für die Kriegsgefangenen des Lagers, außer den Panzern. Der Lagerälteste teilte die Männer in 3 Gruppen; die, die körperlich nicht in der Lage waren die Reise durchzustehen; die, die in der Lage waren neben den Panzern zu gehen; und die, die auf den Panzern mitfahren mußten. Von den 500 die es versuchten die amerikanischen Linien zu erreichen, kamen nur 30 durch. Die jenigen, die auf den Panzern mit fuhren gerieten in einen feindlichen Hinterhalt und wurden entweder getötet oder wieder eingefangen.  Am folgenden Tag wurden 500 Mann mit der Eisenbahn nach Nürnberg verlegt. Die restlichen gesunden Männer mußten in das 90 Meilen entfernte Stalag VII-A nach Moosburg marschieren. Die Gefangenen die krank im Lazarett waren wurden mit dem Sanitätspersonal zurück gelassen.

BEFREIUNG

Nach der Hauptevakuierung von Hammelburg, ließen die Deutschen nur eine schwache Bewachung zurück um die noch herumstreunenden amerikanischen Kriegsgefangenen von der ersten Befreiung einzusammeln und die Serben zu bewachen, die nicht evakuiert wurden. Die Wachkompanie, die den Marsch von Schubin/Polen mit den Insassen von OFLAG 64 begleitet hatte, wurde für die Marschbegleitung nach Nürnberg eingesetzt. Die restliche Wachmannschaft bestand aus Volksturm, und war für die Ergreifung der herumstreunenden amerikanischen Kriegsgefangenen verantwortlich. Sobald seine Gruppe von 50 bis 75 Gefangenen zusammen war, sollten deren Evakuierung beginnen.

Am 3. April 1945, kam ein deutscher Hauptmann in das Lager und fragte den Dienstältesten Sanitätsoffizier nach  4 ernsthaft verletzten Gefangenen, zur Überführung nach Bad Kissingen, wo die Deutschen 23 Hotels zu Krankenhäusern mit insgesamt 500 Betten eingereichtet hatten. Der deutsche Offizier berichtete, daß Bad Kissingen zur "offenen" Stadt erklärt werden sollte, weil Frau Goebbels in der Stadt lebte. Der Dienstälteste Sanitätsoffizier bat um die Erlaubnis, zu den amerikanischen Linien gehen zu dürfen um den Befehlshabern mitzuteilen, daß Bad Kissingen "offene" Stadt sei, dies wurde jedoch abgelehnt. Um Mitternacht wurden weitere 4 verwundete Männer in einem LKW nach Bad Kissingen transportiert. Am folgenden Tag fanden noch 2 Evakuierungstransporte statt, wobei 20 kranke oder verwundete Offiziere abtransportiert wurden. Nach dem zweiten Transport wurde der Fahrer offensichtlich nervös über die Annäherung der Amerikaner und unterließ es zum Lager zurückzufahren, obwohl er den Befehl hatte mindestens noch 20 weitere Gefangenen abzuholen.

Am 6. April 1945 drang die 14th Armored Division mit starken Kräften in Hammelburg ein und feuerte auf alle übriggebliebenen Gebäude, vermied es aber auf das Lager zu schießen. Jedoch explodierten 2 große Geschosse, vermutlich von den Deutschen abgefeuert im Lagergebiet. Es gab während der gesamten Befreiungsaktion keine Opfer zu beklagen. Die anschließende Evakuierung des Lagers verlief geordnet. Die wenigen deutschen Wachmannschaften blieben zurück und wurden einer CIC-Einheit übergeben, die die Division begleitete.

"Quellenmaterial für diesen Bericht sind Befragungen von ehemaligen Kriegsgefangenen, die durch die CPM Branch erstellt wurden, vom Heeresnachrichtendienst sowie Berichte der Schutzmächte und des Internationalen Roten Kreuzes. Diese Berichte liegen dem Außenministerium - Abteilung spezielle Kriegsprobleme - vor und gelten als die allgemeine Einführung in die Lager.
 

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2002 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 22.09.2013