Bonnlandfest 2005

Flaggenübergabe

Als die 14th US-Armored Division OFLAG XIII-B befreite, befand sich auf dem ersten Panzer, der durch den Zaun fuhr eine amerikanische Flagge. Gemäß der Divisionsgeschichte sagte ein Soldat: "Die Flagge sah so gut aus wie die Freiheitsstatue!" Diese Flagge mit 48 Sternen wurde im Lager gehisst, bis eine offizielle Flagge verfügbar war.

Am 06.04.45 war Milton Long ein Jeep-Fahrer, der LKWs mit Nachschub zum Lager Hammelburg führte. Nach dem Krieg wollte sein Postmaster anlässlich eines Veteranentreffens, daß er diese Flagge zu einem Museum nach Berlin bringen sollte. Aber Milton Long dachte, daß es eine bessere Idee wäre, wenn diese Flagge nach Hammelburg zurückkehren würde. Milton Long und Hauptmann a. D. Manfred Roser sind beide Mitglieder des Motts Military Museum in Ohio. Milton Long beauftragte Manfred Roser die Rückführung der Flagge zu organisieren.

Nach der Eröffnung des Bonnlandfestes am 18.06.05, gab es um 10:30 Uhr eine kleine Zeremonie hinter den Schloß Greifenstein. Hauptfeldwebel Martin Heinleins (zweiter von links) Offizieranwärter waren als Ehrenformation angetreten.

Die US-Reenactors waren ebenfalls als Infanteriezug der 4th US-Armored Division für die Flaggenübergabe angetreten.

Um 10:30 Uhr meldete Oberstleutnant Peter Domes die Ehrenformation an den General der Infanterie und Kommandeur der Infanterieschule - Brigadegeneral Johann Berger.

Hauptmann (außer Dienst) Manfred Roser (zweiter von links) lass die Rede von Milton Long vor dem versammelten Publikum vor.

Rede von Milton Long

Sehr geehrter Herr General Berger, Offiziere, Unteroffiziere, u.  Mannschaften der Infanterieschule Hammelburg, sehr geehrte Gäste.

Sie erlauben mir, bevor ich die Rede im Auftrage meines Freundes OTL a. D. Milton J. Long vortrage, eine kurze Bemerkung von Ihm:

Die zu überreichende US- Flagge war auf dem ersten Panzer befestigt, der am 06. April 1945 in das Gefangenenlager Hammelburg eindrang, später wehte diese Flagge am Fahnenmast des Lagers bis eine größere beschafft wurde. Diese Flagge wurde an Mr. Long vom damaligen Postmeister nach dem Kriege bei einer Wiedersehensfeier  übergeben mit der Bitte diese Flagge bei einem Berlinbesuch dem dortigen Museum zu übergeben.

Mr. Long ist aber der Meinung,- die bessere Wahl ist , diese Flagge soll in Hammelburg  für immer verbleiben -.

Ein Wehrpflichtiger US- Krieggefangener sagte als er die Flagge auf dem Panzer sah, „die amerikanische Flagge auf dem Panzer sieht so gut aus wie das Empire State Building".

Nun die Rede von Milton J. Long, OTL a.D.

Angesichts der Tatsache, dass ich selbst nicht  anwesend sein kann bei dieser Veranstaltung , habe ich meinen Freund Hptm. a. D. Manfred Roser beauftragt für mich meine Ansprache zu halten.

Zuerst bedanke ich mich, dass Sie mich als einen Teil Ihrer Veranstaltung mit einbezogen haben. Ich bin sicher, dass das Gefangenenlager, OFLAG XIII B eine Rolle spielte in der Geschichte, seiner Bedeutung und Befreiung.

Am 6. April 1945 als die Panzer der 14. Panzer Division in  den Lagerbereich eindrangen, begegneten  sie  sehr glücklichen Kriegsgefangenen, sie sahen kaum ein trockenes Auge bei den POW`s und als die Amerikanische Flagge gehisst wurde brach ein Jubelschrei  bei den Gefangenen aus, denn die Flagge war ein Zeichen Ihrer Freiheit. Oberst John Waters, General Patton`s Schwiegersohn dankte seinen Befreiern und auch für die Tatsache, dass nur wenige getötet oder verwundet wurden bei der Befreiung.

Ein Paar Wochen später hatte ich die Ehre General Patton zu begegnen und als er mich fragte was meine Aufgabe wäre sagte ich  „Ich bin nur ein Jeep-Fahrer, Sir“. Er befahl mir Platz zunehmen und 20 Minuten lang erklärte er mir wie wichtig gute Jeep-Fahrer wären und dass ohne sie, die Stabsoffiziere niemals an die Orte kommen würden, wo sie sein sollten. Weiter sagte Er, Er würde niemals einen Jeep- Fahrer gegen ein halbes Dutzend unerfahrener Offiziere austauschen, die von den Staaten  geschickt werden.

Während unserer Ausbildung wurde uns gesagt, dass der Deutsche Soldat ein Monster wäre und wir, beim Kampf, das Schlimmste erwarten könnten. Nun am Heiligen Abend 1944 lernten wir, dass dieses nicht wahr war. Während wir an einer sternenklaren Nacht auf Vorposten standen, mein Kamerad und ich ein Weihnachtslied anfingen zu singen, hörten wir vom Niemandsland her jemand mitsingen, aber in deutsch. Am Weihnachtstag sahen wir eine weiße Flagge schwenkend und zwei deutsche Soldaten kamen auf uns zu. Sie waren nicht bewaffnet aber sie trugen etwas. Wir gingen ihnen entgegen, sie wünschten uns ein Frohes Weihnachtsfest und gaben uns ein paar Büchsen Rindfleisch und Kartoffel, wir gaben Ihnen von unserer Verpflegung und zusätzlich noch ein paar Schachteln Zigaretten. Sie traten dann zurück, salutierten und gingen davon. Danach wussten wir dass die feindlichen Soldaten auch nicht anders waren als wir. Das Rindfleisch und die Kartoffeln waren wirklich gut.

Es ist mir eine Freude, dass die Flagge, die über dem Kriegsgefangenenlager Hammelburg wehte, einen Teil ist von der Ausstellung die dieses Ereignis ehrt. Diese Flagge wird überreicht als ein Zeichen unserer Freundschaft nach all diesen Jahren. Die Offiziere und Soldaten der 14. Panzerdivision sind stolz ein Teil dieser Veranstaltung zu sein. Dankeschön und Gott möge Sie alle beschützen.

Lt. Colonel Milton J. Long AUS (ret.)

Gahanna, OHIO, U.S.A.

 

Manfred Roser übergibt die US-Flagge an Brigadegeneral Berger. Die Flagge wird einen Ehrenplatz im Stabsgebäude der Infanterieschule finden, wo sie jeder sehen kann, der das Gebäude betritt.

[Fotos: Oberstabsfeldwebel d. Res. Herbert Hausmann, Milton Long]

2005 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 31.01.06