INTERVIEW MIT CAPTAIN BAUM (FÜHRER DER TASK FORCE)

UND SGT GRAHAM (TASK FORCE ANGEHÖRIGER)

MIT MR. LAKE (KRIEGS KORRESPONDENT) 10.04.45

Mr. Lake:

Wie viel Prozent Ausfälle hatte der Kampfverband vor ihrem Rückmarsch?

Cpt Baum:

Ich habe natürlich Männer in jedem Ort verloren, durch den in gekommen war. Nachdem ich die Halbkettenfahrzeuge zerstören ließ kratzte ich alles in allem zwei Züge zusammen, so ungefähr 110 Mann. Die Leichtverwundeten befanden sich auf den restlichen Halbkettenfahrzeugen und die Infanterie war auf den Panzern.

Mr. Lake:

Hatten Sie genug Kraftstoff um zurück zukehren?

Cpt Baum:

Ich hatte genug Benzin für einen 38 bis 40 Meilen Weg im schlimmsten Fall für 49 Meilen. Ich marschierte nicht den gleichen Weg zurück den wir gekommen waren, sondern wollte nach Norden marschieren in der Hoffnung wieder auf unseren Verband zu treffen. Bevor wir aufbrachen sagte man mir, daß der Verband nach Nordosten vorstoßen werde und das war die Richtung die ich einschlagen wollte.

Mr. Lake:

Haben Sie irgend welche Funksprüche gesendet?

Cpt Baum:           

Ich sendete drei Funksprüche zurück, alle CW (Tastfunk), hatte aber keine Gelegenheit persönliche zu senden. Nach der Anforderung vor Luftunterstützung bei Gemünden, bekam ich diese auch.

Mr. Lake:

Habe Sie etwas von der Air Force gesehen?

Cpt Baum:           

Ich hatte keine Zeit um Flugzeuge zu sehen, da ich mich woanders befand. Der P47-Einsatz muß die Krauts ganz schön in ihrem Aufmarschraum gestört haben.

Mr. Lake:

Welchen Status hatte  Major Stiller?

Cpt Baum:

Er nahm an dem Unternehmen teil. Er befand sich in einem leichten Panzer und sein einziges Eingreifen beschränkte sich auf unmittelbare Geschehnisse. Als wir einmal abgesessen waren arbeitete er sich mit ein paar Mann zu einem Jeep vor in dem zwei tote Männer lagen. Er hat das Gebiet säubern lassen. Er nahm an Kämpfen teil. Ich habe niemals seinen wahren Auftrag erfahren. Er machte bei dem Unternehmen mit um ein Abenteuer zu suchen und bekam es auch. Der Punkt auf den ich hinaus will ist, daß die Männer die mit mir waren über ihre Erfahrungen selber berichten sollten. Sobald mehr Männer zurück gekehrt sind schreibe ich Vorschläge für Auszeichnungen und die werden Sie dann auch erhalten. Meine Mannschaften und Offizieren waren erstklassig. Verglichen mit den Zustand der Truppe als wir an diesem Abend aufbrachen, erzielten wir Erfolge an die ich nicht im Traum gedacht hätte. Während der Kämpfe und als das deutsche Verbindungsflugzeug über uns war, bedienten sogar die Verwundeten in den Halbkettenfahrzeugen die MGs - Ich kann ihnen da von keinem speziellen Beispiel berichten, aber es geschah wirklich so, denn ich fuhr die Kolonne rauf und runter und sah sie an den Waffen.

Mr. Lake:   

Können sie einige Angaben zu Lager machen?

Cpt Baum:

Es war riesig und schwer bewacht. Es gab keinen Widerstand von den Wachtürmen, da die Wachen weg waren. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft kamen die Gefangenen heraus. Gerade genug Personal um die Leute im Lager zu informieren sich in die Wälder zu schlagen. Ich glaube nicht, daß der Zaun elektrisch geladen war, ich war selbst einige mal hindurch gegangen.

Mr. Lake:

Wie verhielten sie sich bei der Durchfahrt durch Ortschaften?

Cpt Baum:

Wenn wir in eine Ortschaft kamen und beschossen wurden, befahl ich feuern oder stopfen. Ich befand mich direkt hinter dem Führungspanzer. Alle Waffen feuerten auf verdächtige Stellen. Während der Nacht wurde nicht mit HE-Munition in den Orten geschossen, weil dies das Anhalten der Kolonne zur Folge gehabt hätte.

Mr. Lake:

Hatten Sie die vollständige Kontrolle über die Wahl der Marschrichtung nachdem die Brücke gesprengt worden war? Hatten Sie Routen zur Alternative?

Cpt Baum: 

Wir hatten keine Alternativ-Route im voraus geplant, die Umgruppierung nahm Zeit in Anspruch, da die Infanterie aus der Stadt herausgezogen werden mußte.

Mr. Lake:

Wann wurden Sie verwundet?

Cpt Baum:

In GEMÜNDEN wurde ich zuerst durch eine Panzerfaust verwundet. Die Chefs der Panzer- und der Infanteriekompanie standen mit mir neben einem der mittleren Panzer, als ein Panzerfaustgeschoß neben uns explodierte und die Splitter uns trafen. Der Kompaniechef der Panzerkompanie wurde so schwer am Bein verletzt, daß ich ihn zu den Halbkettenfahrzeugen zurück schicken mußte. Ich war an Knie und Bein verwundet, die Verwundung ging in beiden Fällen bis an die Knochen. Ich wage zu behaupten, daß während des Gefechts 65 bis 70 Panzerfäuste auf uns abgefeuert wurden. Die meisten gingen daneben, da sie für die Infanteristen bestimmt waren.

Mr. Lake:

Wie viele Deutsche nahmen Sie gefangen?

Cpt Baum:

Es müssen so ungefähr 200 Gefangene gewesen sein, von denen ich den größten Teil an die Russen übergeben habe.

Mr. Lake:

Wie viel Verwirrung hat Ihr Kampfverband während des Unternehmens gestiftet?

Cpt Baum:

Ich kann sagen, daß in einem Gebiet von 20 Meilen im Radius, die Deutschen äußerst verwirrt waren. Sie wußten nicht woher wir kamen und wohin wir wollten. Sie hatten auf jeden Fall eine Menge aufgeboten um mich zu stoppen.

Mr. Lake:  

Wann wurden Sie den deutschen General los?

Cpt Baum:

Er war mit uns die ganze Zeit in einem Halbkettenfahrzeug bis der Angriff losging und das Fahrzeug getroffen wurde, dann ließen ihn die Männer laufen. Er konnte in dem Kampfgetümmel entkommen. Lassen Sie Sgt Graham kommen, er kann Ihnen mehr aus persönlicher Sicht sagen, da er bei den Männern war.

Mr. Lake:

Wie wurden Sie gefangen genommen?

Cpt Baum:

Es war ungefähr 19:30 Uhr, als mich ein deutscher Unteroffizier gefangen nahm. Die Krauts waren überall, aber er war der einzige in meiner Nähe und als ich flüchten wollte schoß er mit seiner P 38 Pistole auf mich. I hatte einen Streifschuß am Schenkel und das war genug um mir zu sagen, daß der Kerl schießen konnte. Er hatte sein Gewehr auf der Schulter, zog aber statt dessen seine Pistole, Ich war nur 24 Fuß entfernt von ihm. Er nahm sein Gewehr und bedeutete uns heraus zu kommen. Ungefähr 15 Mann, die ebenfalls gefangen genommen wurden, waren in der Nähe aufgereiht gestanden. Der Major überredete mich ebenfalls zu gehen, und der Lieutenant stützte mich dabei.

Mr. Lake:

Wann war der Kampfverband gestartet?

Cpt Baum:

Am 26.03.45 nachts.

Mr. Lake:  

Sgt Graham, können Sie einzelne Beispiele für gezeigte Tapferkeit nennen. Was war ihre Aufgabe während des Unternehmens?

Sgt Graham:

Ich war Zugführer des Sturmgeschützzuges.

Mr. Lake: 

Was war die brenzlichste Situation während des Unternehmens?

Sgt Graham:

Ich glaube die brenzlichste Situation war am Lager selber, für die Jungs von der Infanterie. Wir erhielten Feuer von MGs und Scharfschützen.

Mr. Lake:

Haben Sie diese ausgeschaltet?

Sgt Graham:

Wir haben ausgeschaltet was wir konnten, aber als wir an das Lager heran kamen wurde es ruhiger, da es dunkel wurde.

Cpt Baum:

Ich hatte zwei Sturmgeschütze auf dem Hügel zur Unterstützung der Panzer und Infanterie und diese 105er sind ziemlich gut im direkten Feuer und so haben die schnell aufgegeben. Ein Sturmgeschütz haben wir unterhalb des Hügels verloren bevor wir das Lager erreichten.

Mr. Lake:

Befand sich das Lager in einer Senke?

Sgt Graham:

Es war auf einem Hügel - er glich in der Form etwa einer Untertasse und 35° vom Tal. Es gab eine doppelte Reihe Stacheldraht, durch die wir mit unseren Panzern brachen. Unsere abgesessene Infanterie durchkämmte alle Gebäude und befreite die Gefangenen.

Mr. Lake:

Gab es dort irgend eine Beleuchtung?

Sgt Graham:

Nein, die ging aus als wir gerade ankamen.

Mr. Lake:

Welcher Art war die Begrüßung die sie empfing?

Sgt Graham:

Die Jungs begannen auf die Panzer zu steigen und uns zu küssen und zu umarmen. Wir mußten sie runter scheuchen.

Mr. Lake:

Welche Art Bekleidung trugen sie?

Cpt Baum:

Sie hatten verschiedenartige Uniformen und zwar die in denen sie gefangen genommen wurden - einige hatten sogar Ausgehanzüge an. 

Mr. Lake:

Wie viele von denen kamen zurück?

Cpt Baum:

Man weiß bis jetzt von 15 oder 16, aber man erwartet noch mehr. Keiner von ihnen hatte eine Kompass und es war eine weite Strecke durch feindliches Gebiet.

Mr. Lake:

Wurden die Männer schlecht behandelt als sie wieder eingefangen wurden?

Cpt Baum:

Nach der Wiedergefangennahme war die Behandlung sehr gut. Jeder war überrascht darüber.

Mr. Lake:

Wurden Sie überhaupt verhört?

Cpt Baum:

Nein, als wir nach HUNDSFELD gebracht wurden erzählten die anderen Kriegsgefangenen dem deutschen Leutnant, daß ich verwundet wurde beim Ausbruch aus dem Lager und so wurde ich rasch auf die Seite geworfen und liegen gelassen.

Mr. Lake:

Wußten die nicht wer der Führer war?

Cpt Baum:

Die dachten mit Major Stiller hätten sie den Fang gemacht. Als sie ihn hatten wußten sie daß er nicht aus dem Lager war. Er versuchte mit den anderen mit zu kommen, aber die Wachen ließen sich nicht bestechen und hielten ihn fest. Er war noch am Leben als sich unsere Wege trennten.

Mr. Lake:

Haben sie irgendwelche Divisionen in diesem Bereich identifizieren können?

Cpt Baum:

Ja, eine SS-Panzerdivision und eine Infanteriedivision. Ich konnte keine Gefangenen machen mit Ausnahme in LOHR und habe auch keine Aufklärung dazu angesetzt als ich erkannte wie viele da waren. Ich mußte weiter.

Mr. Lake:

Waren Verbindungsflugzeuge über Ihnen?

Cpt Baum:

Ein Verbindungsflugzeug war in der Luft, es konnte mich nicht erreichen, da diese Dinger nur eine Reichweite von 40 oder 50 Meilen haben.

Mr. Lake:

Wie weit war das Militärlager von HAMMELBURG entfernt?

Cpt Baum:

Das Lager war zweieinhalb Kilometer südlich von HAMMELBURG gelegen. Das Lager hatte alles Verfügbar  einschließlich Artillerie, Panzerfaustschießbahnen und sogar Beobachtungsbunker von denen man aus die Einschläge überwachen konnte. So sah das aus. Ich stand genau mitten drin auf einem Hügel, als der Tag anbrach. Ich hätte niemals das Lager erreicht, wenn ich nach Osten marschiert wäre. Mein Marsch war somit erfolgreich.

Mr. Lake:

Haben Sie Verwundete gesehen die trotzdem Waffen bedienten?

Sgt Graham:

Ja das habe ich gesehen. Als wir das Lager stürmten sah ich einen Mann der von MG-Geschossen getroffen wurde und zusammenbrach. Er rappelte sich wieder auf und feuerte auf das Maschinengewehr welches ihn vorher erwischt hatte. Er war auf den Füßen als er noch schlimmer getroffen wurde. Er rappelte sich erneut bis zu den Knien auf und feuerte bis sie ihn umgemäht hatten.

Cpt Baum:

Das war typisch für die gesamte Operation. Meine Sanitäter arbeiteten so gut wie nie zuvor. Beim Bergen von Verwundeten stellten sie Deutsche im Halbkreis um sich auf, damit die Deutschen nicht auf sie schossen. Es bedurfte nie eines Befehls während des ganzen Unternehmens und sie haben sich auch nicht mit einem Mucks beklagt.

Mr. Lake:

Wie kamen Sie bei den Serben rein?

Cpt Baum:

Der Offizierbereich war geräumt worden und so richteten sie das serbische Hospital ein. Dorthin hat man mich gebracht. Es gab keine deutschen Krankenschwestern im deutschen Hospital.

Mr. Lake:

Wußte die 14th daß Sie sich in der Gegend befanden?

Cpt Baum:

Ich vermute sie haben ein paar Gefangene aufgelesen und eine entsprechend Angriffsrichtung wurde deshalb gewählt. Sie wußten also von uns.

Mr. Lake:

Waren Serben in ihrem Bereich?

Cpt Baum:

Sie waren von uns getrennt. Es gab so viele Verwundete daß sie einen neuen Behandlungsraum aufmachen mußten. Meine Männer und eine Gruppe von Offizieren waren in meinem Raum - ungefähr 35 Mann. Ein paar mehr wurden nach  BAD KISSINGEN evakuiert.

Mr. Lake:

Wie wurden diese ausgewählt?

Cpt Baum:

Dieser Major traf die Auswahl. Eine große Anzahl von Fällen in diesem Hospital wurden von den Krauts als "transportfähig" eingestuft. Der Deutsche Arzt hat die Patienten nie befragt. Major Baum war verantwortlich für die amerikanischen Patienten und er hat sie gemächlich ausgewählt.

Mr. Lake:

Wie sind Sie zurückgekommen, Sgt Graham?

Sgt Graham:

Ich bin den ganzen Weg gelaufen, von der Stelle unserer Vernichtung bis zu den Linien der 45th Division. Ich bin mit einer Vierer-Gruppe in die Wälder abgerückt. Zwei Meilen weiter stießen wir auf eine deutsche Patrouille und die anderen wurden gefangen genommen.

Mr. Lake:

Wie haben Sie es geschafft nicht gefangen genommen zu werden?

Sgt Graham:

Ich hatte etwas Deckung und sie gingen die andere Seite des Hügels hinauf und die Deutschen schoßen auf sie. Ich verließ den Graben und war im Wald gedeckt. Am vierten Tag stolperte ich über einen deutschen Unteroffizier der seine P 38 gezogen hatte und auf mich zielte. Ich hatte ebenfalls meine .45er gezogen und richtete sie auf ihn. Er sprach gut englisch und sagte mir daß dies keinen Zweck hätte. Ich sagte ihm er solle seine Waffe ablegen und ich würde dies auch tun. Ich erzählte ihm daß ich auf dem Weg zur Frontlinie war, verschwieg ihm aber wie lange schon. Er bat mich seine P 38 zu nehmen und ihm ein Loch in den Arm zu schießen, damit er in die Stadt zurückkehren konnte um evakuiert zu werden. Er sagte er hätte Frau und Kinder. Ich wußte daß ich dann die Aufmerksamkeit der Deutschen auf mich ziehen würde und so nahm ich seine Pistole und schickte ihn fort. Er sagte mir ich solle alle Orte umgehen, da dort der Volkssturm war und das beste wäre es nur durch die Wälder zu marschieren. Am fünften Tag hatte ich großen Hunger, da ich keine Essen mehr hatte beschloß ich in einen Bauerhof zu gehen und nach Essen zu fragen. Ich war die zwölf Betonstiegen halb hinauf gegangen, als der deutsche Bauer mit drei Soldaten kam. Ich war nicht länger hungrig. Da es dunkel war gingen sie an mir vorbei in den Stall ohne mich zu sehen. Ich hatte seit sechs Tagen nichts gegessen. Ich hatte genug Wasser aus Bächen und wenn ich müde war machte ich ein Nickerchen in den Wäldern. Am sechsten Tag griff die 45th Division in der Gegend an in der ich mich befand und so begab ich mich in die Richtung. Ich traf auf drei deutsche Offiziere im Wald, einem Major, einem Leutnant und einem der im Rang höher war als ein Major. Ich zog meine .45er und bedeutet ihnen sich hinzulegen. Einer mit Fernglas sprach gut englisch und sagte mir daß er sich ergeben würde. Ich sagte ihm es gäbe nichts weiter zu tun. Ich fragte ihn welche Truppen hier in der Gegen angreifen würden und er sagte mir er könnte kein englisch verstehen. Ich verlangte seine Pistole, seine Karten und seine Meldetasche und er händigte alles an mich aus. Ich sagte ihm dann, wenn es soweit verstanden hätte, würde er auch weiterhin verstehen. Ich zog den Hammer der Pistole zurück und befahl ihm mir zu sagen, welche Truppen hier angreifen. Er sagte mir dann, das Amerikaner hier wären mit einigen Panzern und Infanterie. Er sagte mir dann, daß hier keine deutschen Truppen wären und so jagte ich die drei deutschen Offiziere davon. I sah einen Panzer schießen und erkannte je näher ich der Front käme desto gefährlicher würde es sein getroffen zu werden. Als ich näher kam erkannte ich, dass es ein deutscher Panzer war, der von einem Panzerjäger unter Feuer genommen wurde. Zwei Kerle kletterten aus dem Panzer und 25 Infanteristen machten sich ebenfalls aus dem Staub. So machte ich mich ebenfalls davon und wir liefen einen Hügel hinauf. Als ich oben angekommen war fühlte ich mich sehr schwach und konnte nicht weiter laufen. In diesem Augenblick kam ein deutscher Krad-Melder angebraust und würgte in meiner Nähe den Motor seiner Maschine ab, eine Gruppe Deutscher lief zu ihm – keine 30 Meter von mir entfernt – ich bekam es mit der Angst zu tun. Der Wald wurde von einer Kompanie der 180th Infantry durchkämmt. Ich entdeckte sie und versteckte mich zunächst, weil ich annahm es wären Deutsche. Sie sahen meine Pistole und begannen in deutsch nach mir zu rufen. Einer nannte mich Kraut-Sohn einer Hure und schrie ich solle raus kommen. Ich sagte ihnen, daß ich Amerikaner bin und sie sagten mir ich solle keine verdächtige Bewegung machen und die  Pistole wegwerfen. Ich ging zu ihnen herunter und zeigte ihnen meine Erkennungsmarke, aber das überzeugte sie nicht und ich begann mich unwohl zu fühlen. Sie fragten mich nach dem Namen meines Divisionskommandeurs; Armeebefehlshabers, Bataillonskommandeurs, Zugführer und gaben mir wirklich Denksportaufgaben auf – über Manöver, Von wo ich abgereist bin, wo ich in Frankreich gelandet bin und die verschiedenen Städte die wir erobert hatten.  Ich konnte sie schließlich doch überzeugen, daß ich ein amerikanischen Soldat war und sie schickten mit zum Bataillonsgefechtstand und danach zum XV Corps.

Mr. Lake:

Was war ihre erste Mahlzeit?

Sgt Graham:

Ich bekam eine Tasse Kaffee und eine Schüssel Pfirsiche. Der  Captain sagte mir ich solle nicht soviel essen und so bekam ich Magenschmerzen. Jetzt fühle ich mich aber gut.

Hinweis: Das Interview machte Austen Lake von der Zeitung "The Boston American", der als Kriegskorrespondent der Third Army zugeteilt war. Wir gehen heute davon aus, daß die militärischen Zensoren ihm die Erlaubnis zur Veröffentlichung verweigerten. Das o. a. Dokument war bis zum Kriegsende eingestuft. Als General Patton am 7. Oktober 1945 vom Kommando über die Third Army entbunden wurde, erschienen in einigen amerikanischen Zeitungen Artikel über das Unternehmen Hammelburg, in welchen General Patton beschuldigt wurde, einen Kampfverband zur Befreiung seines Schwiegersohns aufs Spiel gesetzt zu haben. Als Quelle für diese Information wurde Austen Lake angegeben.

Kopie vom US National Archiv, Washington DC,

Korrekturen der deutschen Ortsnamen

und geografischen Bezeichnungen von Peter Domes

2002 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 03.10.06