Geschichte des 37th Tank Battalions

... Am 26.03.45 überquerte die 3rd US Army den RHEIN. Die 5th Infantry Division überquerte den Fluß in Landungsbooten der Marine bei Oppenheim bevor die Deutschen einen Schuß abgeben konnten. Als das Ostufer gesichert war, wurde zügig eine Ponton-Brücke geschlagen, und am 26.03.45 um 03:00 Uhr war das 37th mit dem Rest der 4th Armored Division übergesetzt. Das 37th brach aus dem Raum der Red Diamond (5th Infantry Division) aus; bei Einbruch der Nacht eroberten die leichten Panzer der Company "D" und die Infanterie des 10th AIB bei HANAU eine Eisenbahnbrücke über den MAIN. Inzwischen hatte CCA (Combat Command A) den Flußübergang bei HANAU gesichert. Das 37th und der Rest CCR, holten nach Westen aus und folgten dem CCA am 28.03.45 über den Main. Bei Einbruch der Nacht waren die M4 des 37th in GIESSEN - 40 Meilen nördlich von HANAU. Die Autobahn  Frankfurt-Berlin bildete die Angriffsachse der 4th Armored Division. Am letzten Tag des Monats März, erreichte das 37th HERSFELD (heute Bad Hersfeld). Am 02.04.45 überquerte das 37th unter schwerem Luftangriff die WERRA.

Genau genommen hatte am 28.03.45 nicht das gesamte 37th Tank Battalion Giessen erreicht, die Company C und ein Zug der Company D wurden für eine Sondermission abgestellt. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, daß diese beiden Einheiten nie wieder zu ihrem Bataillon zurückkehren würden. Sie meldeten sich am 26.03.45 bei Captain Abraham J. Baum. Neben den Einheiten des 37th bestand der Kampfverband aus Company A, einem Aufklärungszug, und dem Sturmgeschützzug des 10th AIB. Der Auftrag: befreien Sie 1.500 amerikanische Kriegsgefangene aus dem OFLAG in HAMMELBUG, sechzig Meilen hinter den deutschen. Die Befehle kamen direkt von "Lucky Forward", dem Gefechtsstand von General Patton.

Am 26.03.45 um 21:00 Uhr brachen Company B vom 37th und Company B vom 10th AIB eine Lücke in die durch deutschen Linien bei Schweinheim. Durch diese Lücke brach die Task Force Baum, die von da ab alleine auf sich gestellt war. Am 27.03.45 wurde ein schwacher Funkspruch aufgenommen, der eine feindliche Truppenansammlung bei GEMÜNDEN meldete. Da GemÜnden auf dem halben Weg nach Hammelburg, war dies ein Zeichen, daß TF Baum gut voran kam. Meldungen später am Nachmittag besagten, daß es Verluste von 4 mittleren Panzern gegeben hatte und 2 Offiziere und 18 Mann verwundet oder getötet wurden. Danach blieben die Meldungen aus. Am 29.03.45 meldete die Division "Keine Neuigkeiten von Baum". Um 20:00 Uhr an diesem Abend meldete Radio Berlin, daß die deutsche Wehrmacht einen großen Sieg bei HAMMELBURG errungen hätte; später Berichte sprachen sogar davon, daß die gesamte 4th Armored Division, bei Feind als "Roosevelt`s Schlächter" bekannt, vernichtet wurde. Am 06.04.45 als sich der Rest des 37th bereits tief in Sachsen befand, wurden Company C und der Zug von Company D abgeschrieben. Das Personal wurde als vermißt gemeldet; Ersatz für die Soldaten und das Gerät wurden zugeführt. Am 09.04.45 kehrte Captain Baum zu den amerikanischen Linien zurück und das Schicksal des Kampfverbandes wurde somit bekannt.

Die Divisionsgeschichte der 4th Armored Division schreibt hierzu: "Der Kampfverband kämpfte sich durch mehr als zwei deutsche Divisionen zu OFLAG nach HAMMELBURG durch. Auf dem Weg dorthin machte der Verband 200 Gefangene, darunter ein General mit seinem Stab, zerstörte feindliche Truppenzüge, beschoß Ortschaften, vernichtete deutsche Panzer, Fahrzeuge und unzählige Der kleine Verband hatte auch Verluste. Brücken wurden vor und hinter ihren Panzern gesprengt. Ein Brückenbogen flog in die Luft, als amerikanische und deutsche Infanterie darauf kämpften. Die Task Force überrollte Straßensperren, raste Straßen entlang, schlängelte sich über Nebenstraßen und folgte dem Kompaß querfeldein."

"Als sie ihr Bestimmungsziel erreichten, war die Hälfte der Task Force Baum abgekämpft. Die Infanteristen die nicht verwundet waren fuhren die Panzer. Verwundete lagen auf Benzinkanistern in den Halbkettenfahrzeugen und unterstützen sich gegenseitig an den MGs. Die Schwerverwundeten und die Toten wurden an den Straßenrändern zurück gelassen.

Gegen zähen feindlichen Widerstand, man dachte die gesamte Division sei durch die MAIN-Front gebrochen, erreichte Captain Baums dezimierter Kampfverband am 27.03.45 bei Dämmerung das Lager. Nach heftigem Kampf wurden die Gefangenen befreit, bewaffnet und auf die Heckabdeckungen der Panzer Company C für den Rückmarsch zu den eigenen Linien gesetzt. Captain Baum führte seine restlichen Teile nach Nordwesten, aber überall wimmelte es von deutscher Infanterie und Panzern. Am 28.03.45 morgens waren alle Fahrzeuge des Kampfverbandes zerstört. Die Soldaten versuchten in Gruppen zu vier und fünf die amerikanischen Linien zu erreichen. Letztendlich schafften es ungefähr 35 Mann. Der Rest wurde getötet oder gefangen genommen. Von den 293 Offizieren und Mannschaften der TF Baum, wurden 32 verwundet, 9 getötet und 16 vermißt. Die restlichen 236, einschließlich Captain Baum, wurden nach und nach gefangen genommen.

Obwohl sie ihren Auftrag nicht erfolgreich beenden konnten, leisteten die Panzermänner und Infanteristen der TF Baum einen hohen Beitrag für den Feldzug in Mitteleuropa. Nicht weniger als ein gesamtes deutsches Korps wurde eingesetzt zur Suche und zur Vernichtung des Kampfverbandes. Nur der Verlust an Kampfkraft verhinderte ein Weiterkämpfen. Die Geschichte der TF Baum gilt als leuchtendes Beispiel für persönliche Tapferkeit und Führung kleiner Einheiten, so lange Nationen Streitkräfte haben werden ...

  Kopie der Geschichte des 37th Tank Battalions

2002 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 22.01.05