OFLAG XIII-B

Die Kolonne des 19th Armored Infantry Battalions marschierte jetzt weiter durch Höllrich und an der Kreuzung Hainbuche bog sie nach Osten ab quer durch den Truppenübungsplatz Hammelburg. Auf dem Platz befanden sich vereinzelte Betonbunker. Die Panzer, Panzerjäger und die Infanterie auf ihren Halbkettenfahrzeugen feuerten zur Sicherheit vorsorglich darauf. Ein deutscher Soldat kam aus einem der Bunker und ergab sich. In der Nähe von Bonnland erhielt die Kolonne Mörserfeuer, aber es gab keine Ausfälle.

 

Schließlich erreichte die Kolonne die Hochebene. Es gab ein kleines Feuergefecht zwischen deutschen Geschützen und amerikanischen Panzern. Die übriggebliebenen Strohhaufen gingen in Flammen auf und im Lager brannte ein großes Gebäude, ich welchem die Deutschen vor dem Krieg ihre Panzer abgestellt hatten. Die Kolonne teilte sich nun. Ein Teil fuhr an der Westseite um das Lager herum, Die anderen fuhren nach Osten. Im Nordteil des Lagers fand man einen zerstörten leichten Panzer der 4th Armored Division. Ausrüstungsgegenstände lagen um den Panzer verstreut herum. Es war ein weiterer von Baums Panzern. 

 

Als sie den Ort Lager Hammelburg kamen fanden die Infanteristen sogleich den Eingang zum Kriegsgefangenenlager. Sie schossen mit Pistolen um Maschinenpistolen das Schloss auf. Die Infanteristen eilten die Lagerstrasse hinunter in Richtung eines separaten Sektors, der mit einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben war – OFLAG XIII-B.

 

Im Lager waren hunderte von serbischen Offizieren versammelt, die vor Freude über ihre Befreiung jubelten. Ein mittlerer Panzer durchbrach den Zaun, damit die Infanteristen ins Lager gelangen konnten. Was danach geschah war unglaublich. Die Serben umarten die Amerikaner und küssten sie. Die Soldaten gaben Mengen von Zigaretten, Konservendosen und jede Art von Süßigkeiten an die Gefangenen weiter. Es gab auch einige amerikanischen Offiziere, die nicht mit der Maße der amerikanischen Kriegsgefangenen and Südbayern marschiert waren, nach dem missglückten Befreiungsversuch der Task Force Baum.

 

Ein Zug des 47th Tank Battalions und Teile des 94th Armored Reconnaissance Battalion wurden weiter nach Süden gesandt, um das Kriegsgefangenenlager für Mannschaften, STALAG XIII-C zu befreien. Dort befanden sich Soldaten verschiedener alliierter Mächten – Briten, Australier, Amerikaner.

 

Nach genau zehn Tagen, nach der Ankunft der Task Force Baum, wurden die Kriegsgefangenenlager nun endgültig befreit. Captain Baum konnte Lieutenant-Colonel Waters – den Schwiegersohn von General Patton, nicht zurück bringen, da dieser bei dem Befreiungsversuch angeschossen wurde. Aber was war aus ihm geworden? Nach der erfolgreichen Befreiung kam der Chef des Medical Departments der Third US-Army, Colonel Charles Odom in das Lagerlazarett und ließ Lieutenant-Colonel Waters in das amerikanischen Feldlazarett nach Frankfurt bringen. Später wurde er nach Paris verlegt, wo er bis zu seiner vollständigen Genesung blieb.

 

2005 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 13.10.06