Der Kampf um Gemünden

Die Panzer rollten zum Zollberg außerhalb Gemündens. Hier gingen sie in Stellung und eröffneten direkt das Feuer auf Gemünden. Das zusammengefasste Feuer verursachte einen verheerenden Brand im mittelalterlichen Stadtkern. Inzwischen war die Infanterie aufgeschlossen und ging in Stellung, um auf den Folgeeinsatz zu warten.

 

Nach dem Beschuß wurde der Angriff wieder fortgesetzt. B-47 folgte der R 27 nach Kleingemünden – einem Vorort von Gemünden und C-19 folgte den Eisenbahnschienen in die Stadt. Die Infanterie wurde durch Maschinengewehrfeuer am Gleisdreieck festgenagelt. A-19 musste jetzt C-19 verstärken. Die Artillerie setzte ihren Beschuss fort und ein Raketenpanzer (Calliope) mit seinen 64 Projektilen wurde nach vorne beordert. Gemünden brannte jetzt von einem Ende zum anderen.

 

Die Infanteristen von A-19 und C-19 kämpften sich dann Zoll für Zoll nach Gemünden hinein. In der Frankfurterstrasse entdeckten sie zu ihrer Überraschung drei zerstörte Panzer, die zur 4th Armored Division gehörten – Wracks der Task Force Baum. Als sie die Saale erreichten, stellten sie fest daß ein Bogen der mittelalterlichen Brücke gesprengt war. Sie mussten dadurch bis zum nächsten Morgen in Kleingemünden warten.

 

Am frühen Morgen des 05.04.45 überquerten Züge von C-19 und A-19 die Saale in kleinen Booten. B-125 brachte die Boote heran und setzte nun die Infanteristen über den Fluss. Die Infanteristen konnten die ersten Häuser besetzen und hielten nun einen kleinen Brückenkopf in der Stadt. Die Masse des Bataillons wurde nun ebenfalls übergesetzt, aber die Deutschen belegten das Übersetzen mit heftigem Handwaffenfeuer aus Güterwägen entland der Bahnstrecke. Panzer rollten heran und zerschossen die Güterwägen, wodurch die Waffen zum Schweigen gebracht wurden.

 

A-19 und C-19 hatten sich nun am gegenüber liegenden Saaleufer gesammelt. Jetzt begannen sie die Stadt zu säubern – Haus für Haus. Als beim XVth Corps die Meldung eintraf, daß die 14th Armored Division in Gemünden steckengeblieben sei, wurden entschieden daß Teile der 3rd Infantry Division zur Verstärkung entsandt werden sollten.

 

Das 2nd Battalion, 7th Infantry Regiment “COTTON BALERS” sammelte nach der Säuberung des Südufers des Mains im Raum Massenbuch, gegenüber von Gemünden. Zusätzlich wurden Teile des 10th Combat Engineer Battalion heranbeordert. Der Plan sah vor, den Main mit amphibischen LKWs (DUKW) zu überqueren und Gemünden von der Ostseite anzugreifen. Um an das Ufer des Mains zu gelangen, mussten Bäume gefällt werden und ein Knüppeldamm gebaut werden. Das Übersetzen begann um die Mittagszeit. Die Pioniere setzten die Infanteristen zum anderen Ufer über. Das Großgerät musste zurück gelassen werden. Panzer konnten ebenfalls nicht übergesetzt werden, sie gaben statt dessen Feuerschutz vom Ufer aus.

 

Einem Gefecht an zwei Fronten waren die deutschen Verteidiger nicht gewachsen. Sie hatten nicht genug Kräfte um sich gegen den Angriff eines weiteren Bataillons zu behaupten. Um 15:30 Uhr gelang es dem CCB Verbindung mit 2/7 Infantry herzustellen. Um ungefähr 18:00 Uhr traf das 62nd Armored Infantry Battalion vom CCR ein um in das Gefecht eingreifen zu können. CCB begann nun zusammen mit den COTTON BALERS die Stadt zu säubern. Es wurden ungefähr 70 deutsche Gefangene gemacht.

 

B-125 begann damit, die mittelalterliche Brücke über die Saale zu reparieren. Man ergänzte die Lücke durch ein Element einer Treadway-Brücke. Die Pioniere mussten unter gelegentlichem Artilleriefeuer arbeiten und hatten einige Verluste dabei zu verzeichnen.

2005 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 06.06.05