Der Kampf um Lohr

Nach 75 Meilen erreichten die Spitzen des CCB im verlaufe des Tages die Stadt Lohr. Die Divisionsgeschichte vermerkt hierzu, daß der Marsch wie eine Flitterwochenreise war – aber „die  Flitterwochen endeten in Lohr“. Am Morgen des 27.03.45 Captain Abraham Baums Task Force mit 55 Fahrzeugen durch Lohr marschiert und kaum auf Widerstand gestoßen. Aber jetzt war alles anders. Lohr war diesmal vorbereitet.

Die Abwehrmaßnahmen standen unter dem Befehl des “Kampfkommandanten” Oberstleutnant Wilhelm Trenk. Er war erst einige Tage zuvor eingesetzt worden. Noch am Tag zuvor hatte seine Garnison eine Stärke von über 500 Mann. Am Ostermontag verfügte er jedoch nur noch über den örtlichen Volkssturm, eine unbekannte Anzahl von Soldaten der Wehrmacht, einer Batterie 105 mm Haubitzen und drei Sturmgeschützen.

Da die US Army südlich an Lohr Richtung Würzburg vorstieß, hatte die Stadt ihre taktische Bedeutung verloren. Sie war nur noch ein kleiner Brückenkopf am Main für den Rückzug der Restteile der 416. Infanteriedivision nach Osten. Lohr liegt im tiefen Tal des Lohr Baches. Die einzige Möglichkeit durch die Stadt zu kommen, war es der Reichsstraße 26 mitten durch die Stadt zu folgen. Es gab keine andere Umgehungsmöglichkeiten.

 

Als die Panzer von C-47 mit der aufgesessener Infanterie von C-19 die Stadt erreichten, mußte die Kolonne sofort stoppen, da sie unter Handwaffenfeuer genommen wurde. Die Infanteristen saßen um 17:00 Uhr ab und griffen an, aber sie stießen auf hartnäckigen Widerstand. C-47 verlor drei Panzer durch Panzerfausttreffer. C-47 und die begleitende Infanterie machten nur langsame Fortschritte am Stadtrand von Lohr. D-47 erhielt den Auftrag eine Umgehung um Lohr zu suchen. Teilen dieser Kompanie gelang es dann, um die deutsche Flanke herum zu marschieren und von Hinten in die Stadt einzudringen.

 

Bei Einbruch der Nacht brannte die Stadt durch den Beschuß sämtlicher Steilfeuerwaffen. Immer mehr Infanterie des 19th Armored Infantry Battalion wurde herangeführt. Die Stadt lag die ganze Nacht unter dem Feuer von Artillerie, Mörsern und Sturmgeschützen.

Der nächste Angriff begann am Morgen des 03.04.45. A-19 und B-47 griffen direkt im Zuge der Hauptstraße an, während B-19 und C-19 mit Panzerunterstützung die Flanken sichern sollten. Um die Hauptstraße entwickelte sich ein zäher Kampf. Einige Panzer vielen durch Panzerfausttreffer aus und versperrten die Straße. Nach zähem Kampf und schweren Verlusten war es dem CCB dennoch gelungen Lohr zu nehmen.

2005 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 06.06.05