Die Befreiung

Nach dem missglückten Unternehmen der Task Force Baum, verwandelte sich Mainfranken in ein Wespennest. Der Kampfverband wurde für das Vorkommando von General Pattons 4th Armored Division gehalten. Aber diese kam nicht. Die 4th Armored Division war statt dessen nach Norden abgedreht und stieß dann weiter nach Osten Richtung Thüringen vor. Die Stadt Aschaffenburg, von der Baum am 26.03.45 gestartet war, wurde von der 45th Infantry Division übernommen. Die Verantwortung für diesem Raum lag jetzt bei der Seventh US-Army, aber es brauchte eine gewisse Zeit, bis deren Truppen aufmarschiert waren.

Soldaten der SS suchten nach Leuten, die weiße Flaggen hinausgehängt hatten. NSDAP-Funktionäre warnten die Bevölkerung, daß es schnell das Leben kosten konnte, wenn man den Endsieg in Zweifel stellte. Die Situation wurde noch dadurch verschlimmert, daß ein „Fliegendes Standgericht“, unter dem Kommando von Major Erwin Helm, durch den Spessart streifte und nach Fahnenflüchtigen und Feiglingen suchte. Der örtliche Volkssturm war in den Städten und Dörfern alarmiert worden und die Volkssturmführer ließen Panzerhindernisse und Straßensperren anlegen. Das Reisen wurde immer schwieriger, da nun überall Kontrollstellen eingerichtet waren. Die örtlichen Einheiten der Wehrmacht und die NSDAP hatten nun einen Vorgeschmack bekommen, wie es sein werde, wenn die gesamte US-Army den Main überquert. Die Bevölkerung aber hoffte, daß der Krieg bald zu Ende gehen werde, ohne viel Leid und Zerstörung zu hinterlassen. Aber dies sollte zum Teil anders kommen und noch zehn lange Tage auf sich warten lassen.

2005 © Copyright Peter Domes -  Datum der letzten Änderung: 06.06.05